halbk_2l.jpg (1081 Byte) INFO 7
Rund um den PKW-Reifen
halbk_2r.jpg (1099 Byte)

 

Luftdruck
Zu niedriger Luftdruck führt zu einer starken Erwärmung des Reifens und damit zu der Gefahr eines Reifenschadens. Außerdem beeinträchtigt zu niedriger Luftdruck die Fahrstabilität, fördert den Verschleiß und verursacht höheren Kraftstoffverbrauch. Deshalb Luftdruck alle 14 Tage und vor langen Fahrten am kalten Reifen prüfen. Grundsätzlich nie verkehrt: Füllen Sie 0,2 bar mehr ein als vorgeschrieben ist, da die Fahrzeughersteller aus Komfortgründen meist nur den Mindestdruck angeben. Aus warmen Reifen in keinem Fall Luft ablassen. Die für die jeweilige Beladung korrekten Luftdruckwerte können Sie den Bedienungsanleitungen oder besonderen Aufklebern am Fahrzeug (Türholm, Tankdeckel) entnehmen. Reserverad nicht vergessen! Luftdichte Ventilkappen immer fest aufschrauben, fehlende sofort ersetzen.

Profiltiefe
Bereits bei einer Profiltiefe von 4 mm nimmt die Haftung des Reifens, insbesondere die von Breitreifen, bei Nässe deutlich ab. Die Reifen können den Wasserfilm nicht mehr verdrängen, sie verlieren den Kontakt zur Straße, es tritt schneller Aquaplaning auf, das Fahrzeug läßt sich im Extremfall nicht mehr lenken und bremsen. Deshalb Reifen nicht bis auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm abfahren. Je nach Breite der Sommerreifen spätestens bei 2 bis 2,5 mm, Winterreifen bereits bei 4 mm Restprofiltiefe erneuern. Bei ungleichmäßigem Profilverschleiß (z.B. Sägezahnverschleiß) können die Reifen seitengleich von vorne nach hinten und umgekehrt gewechselt werden. Liegt keine Laufrichtungsbindung der Reifen vor, können die Räder auch diagonal gewechselt werden. Bitte hierzu auch Hinweise in der Fahrzeug-Bedienungsanleitung beachten.

Winterreifen
Bei lockerem Schnee und Matsch haben M+S-Reifen deutlich bessere Hafteigenschaften als Sommerreifen. Die Wintertauglichkeit von Breit- und Hochgeschwindigkeits-Reifen (für Fahrzeuge über 210 km/h) ist meist unbefriedigend. Deshalb im Winter auf M+S-Reifen umrüsten. Luftdruck um 0,2 bar erhöhen. Aufkleber mit der Reifenhöchstgeschwindigkeit im Blickfeld des Fahrers anbringen, falls diese unter der Fahrzeughöchstgeschwindigkeit liegt.

Reifenersatz
Bei der Verwendung unterschiedlicher Reifentypen auf einem Fahrzeug verschlechtern sich die Fahreigenschaften. Mischbereifung (Diagonal-/Radialreifen) ist sogar verboten. Deswegen auf allen vier Rädern (bei zweiradgetriebenen Fahrzeugen mindestens auf einer Achse) Reifen gleichen Typs d.h. gleiches Reifenmodell verwenden. Neues Reserverad in den Tausch der Reifen einbeziehen.
Im Zweifelsfall bessere Reifen auf der Hinterachse einsetzen. Es dürfen grundsätzlich nur Reifen auf ihrem Fahrzeug gefahren werden, deren Bezeichnung in den Fahrzeugpapieren angegeben ist. Bei der Neumontage von Reifen auch neue Ventile verwenden. Bei jeder Radmontage mögliche Laufrichtung des Reifens (Richtungspfeil auf Reifenflanke) beachten.
Orientieren Sie sich beim Reifenkauf an den ADAC-Reifentests. Keine gebrauchten Reifen montieren, deren Vorleben Sie nicht kennen.

Reifenalterung
Reifen altern, auch wenn sie nicht benutzt werden! Die Sicherheit von alten Reifen nimmt deutlich ab. Deshalb Reifen, die älter als 6 Jahre sind, nicht mehr verwenden.

Bordsteinparken
Heftiges Anprallen gegen Bordsteine ist gefährlich. Es kann zu versteckten Reifenschäden führen, die sich erst später bemerkbar machen. Deshalb Bordsteinkanten nur langsam und möglichst im rechten Winkel überrollen, Reifen nicht an Bordsteinkanten quetschen und nicht auf nur einem Teil der Aufstandsfläche abstellen.

Reifenschäden
Durch offene Verletzungen des Gummimaterials des Reifens dringt Feuchtigkeit z. T. bis zu dem Reifenunterbau ein und führt dort zu Korrosion und Schwächung der Stahldrähte des Gürtels. Die häufige Folge ist ein Ablösen der Lauffläche. Deshalb Reifen regelmäßig auf eingedrungene Fremdkörper, Risse und Beulen überprüfen.
Vielfach kündigen sich Reifenschäden im Betrieb an. Deswegen Veränderung des Geräusch- und Rollverhaltens der Reifen während der Fahrt beachten. Beschädigte Reifen möglichst schnell ersetzen. Das Einziehen eines Schlauches ist nur ein absoluter Notbehelf. Reifenreparaturen dürfen nur von qualifizierten Fachleuten durchgeführt werden.

Reifenlagerung
Gummi altert durch Wärme, Feuchtigkeit und bei Sonneneinstrahlung stärker und wird durch viele Lösungsmittel angegriffen. Deshalb Reifen in einem trockenen, kühlen Raum möglichst dunkel lagern. Berührung mit Benzin, Öl und Fett vermeiden. Reifen auf Felgen können gestapelt oder aufgehängt werden, Reifen ohne Felgen sollten senkrecht stehen.
Wer sein Fahrzeug in der kalten Jahreszeit auf Winterreifen umrüstet, sollte seine Sommerreifen richtig einlagern und sie nicht einfach achtlos in der Garage abstellen. Der ADAC empfiehlt, die folgenden Punkte zu beachten:

  • Die Reifen vor dem Abmontieren kennzeichnen. Dadurch ist es möglich die Reifen im nächsten Winter wieder an gleicher Position zu montieren. Je nach Profiltiefe können auch die Reifen der Vorderachse mit denen der Hinterachse getauscht werden. Dadurch werden die Reifen gleichmäßiger abgefahren.
  • Den Luftdruck um rund 0,5 bar erhöhen.
  • Die Reifenoberfläche auf Schäden untersuchen und Fremdkörper aus dem Profil entfernen.
  • Die Reifen kühl, trocken und dunkel lagern. Darauf achten, daß sie nicht mit Öl, Fett oder Lösungsmitteln in Berührung kommen. Reifen ohne Felgen müssen senkrecht stehen, mit Felgen kann man sie an der Wand aufhängen oder liegend übereinander stapeln.

Wer zu Hause für Reifen keinen Platz hat, kann sie auch gegen Gebühr im Depot eines Reifenhändlers einlagern lassen. Bei Winterreifen sollte man nach einem Rat des ADAC darauf achten, daß die Profiltiefe mindestens noch vier Millimeter beträgt. Generell schreibt der Gesetzgeber mindestens 1,6 Millimeter vor. Reifen, die älter sind als acht Jahre sollten unabhängig von der Profiltiefe über den Handel entsorgt werden.
Um eine unterschiedlich starke Reifenabnutzung gar nicht erst entstehen zu lassen, empfehlen ADAC, Reifenindustrie und auch die meisten Fahrzeughersteller (Hinweise gibt die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs), die Reifen ca. alle 10000 bis 15000 km seitengleich (also nicht diagonal) achsweise zu tauschen. Diese Maßnahme verhindert auch unangenehme Verschleißformen wie die Sägezahnbildung", die den Abrollkomfort beeinträchtigen können.

..... noch ein Wort zu Reifenschäden:

Reifen gehören zu den Teilen des Autos, die größte Bedeutung für die Sicherheit haben. Man erwartet, dass Reifenschäden nur äußerst selten auftreten. Und doch versagen etwa 3,5 Millionen Reifen pro Jahr in Deutschland vorzeitig ihren Dienst. Die Defektursachen sind jedoch nur in den seltensten Fällen vom Reifenhersteller zu vertreten.

Viel häufiger sind Reifenschäden zurückzuführen auf:

  • Äußere Einwirkung, z. B. Einfahr- und Schnittverletzungen
  • Anwendungsfehler, z. B. Fahren mit zu niedrigem Luftdruck, Überfahren von Bordsteinen
  • Tückisch ist, dass Reifen ein "Gedächtnis" für Fehlbehandlungen haben. Das unvorsichtige Überfahren eines Bordsteines oder das Fahren mit zu geringem Luftdruck kann schon längere Zeit zurückliegen, bis es zum äusserlichen Defekt des Reifens kommt.

Wenn ein Reifendefekt auftritt, der vermutlich auf einen Herstellungsfehler zurückzuführen ist, sollte der Reifen über den Fachhandel an den Hersteller zur Reklamation eingereicht werden. Wird die Reklamation anerkannt, erstattet der Reifenhersteller je nach der Restprofiltiefe des Reifens einen Teil des Reifenpreises. Wird die Reklamation mit einer unzutreffenden Begründung abgelehnt, besteht die Möglichkeit, von einem anderen Reifenhersteller kostenlos eine Kontrollprüfung durchführen zu lassen.

 

© Copyright 2000 - Kfz.-Sachverständigenbüro CALMBACH - Optimiert für 800 x 600 - Impressum